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PDF-Technologie

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Das PDF per se wurde ISO-Standard – Wozu dann noch das spezielle PDF/A?

ISO 32000 ist die standardisierte Fassung von PDF 1.7

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat das Portable Document Format (PDF) 1.7 als internationalen Standard verabschiedet. PDF 1.7 ist damit die erste Version des Dokumentenformates, die als Standard akzeptiert wurde.

Der technikbezogene Inhalt entspricht PDF 1.7 (dem Dateiformat von Acrobat 8), das vollständige Unterstützung von XMP-Metadaten bietet, und basiert so direkt auf Adobes Spezifikationen.

Im Januar 2007 hatte Adobe® die Spezifikationen für PDF 1.7 veröffentlicht und an die AIIM übergeben (zur Einreichung bei der ISO) um das Format zum ISO-Standard zu erheben.

PDF 32000-1:2008 hat folgende Eigenschaften:

PDF ist zwar ein proprietäres Format der Firma Adobe®, die Spezifikationen sind jedoch öffentlich.

PDF beschreibt das Layout der Seiten bis ins kleinste Detail. Auf diese Weise kann die geforderte Übereinstimmung von elektronischer und gedruckter Form sichergestellt werden, während z. B. die Ausdrucke derselben Word-Datei auf verschiedenen Druckern und mit unterschiedlichen Word-Versionen sich beträchtlich voneinander unterscheiden können.

PDF unterliegt faktisch keinen Größenbeschränkungen. Es kann beliebig komplex sein und jede Art von Objekten (Grafiken, Sounds und sogar Videos usw.) einbinden.

PDF kann "interaktiv" sein (z. B. Formulare).

PDF kann mit Links auf interne UND externe Seiten verweisen.

PDF kann fremde Dateien in sogenannten "Containern" (ähnlich ZIP) enthalten (darunter auch ausführbare Programm-Dateien, wie z. B. EXE)

PDF ist plattformunabhängig. Für alle gängigen Betriebssysteme gibt es Werkzeuge zum Lesen, Erstellen und Bearbeiten von PDF.

Warum dann dennoch PDF/A?

Teile von PDF, unter anderem "PDF for Archive" sind schon seit längerem ISO-zertifiziert (ISO 19005-1:2005).

UPDATE: Die neue ISO-Norm 19005-2:2011 (PDF/A-2) basiert nunmehr auf dem ISO-Standard 32000-1, also der von Adobe® initiierten Standardisierung von PDF 1.7, ABER entspricht diesem nicht, sondern stellt wiederum nur eine eingegrenzte Variante von PDF dar. Diese spezielle Variante des PDF wird als PDF/A bezeichnet, wobei das A für "Archiv oder Archivierung" steht. Das PDF/A (unerheblich ob PDF/A-1 oder PDF/A-2) ist sozusagen eine "Unterform" des PDF-Standards, speziell für die Langzeitarchivierung von Dokumenten.

PDF/A zeichnet sich dadurch aus, dass die Dokumente "self-contained" sind, also keine Verweise auf externe Informationen, wie Definitionen von Zeichensätzen, enthalten. Alle verwendeten Zeichensätze müssen in das Dokument selbst eingebunden werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Langzeitarchivierung, denn wenn das Dokument auch noch nach vielen Jahren lesbar sein soll, darf keine Abhängigkeit von irgendwelchen externen Daten bestehen, über deren Beständigkeit man keine Kontrolle hat.

Verwendete Schriften müssen beim PDF/A stets "eingebettet" sein. Durch die Einbettung und den Verzicht auf Links sollen Dokumente auch nach langer Zeit in der ursprünglichen Form wiederherstellbar bleiben.

Durch ISO-Standardisierung 19005 (19005-1 und neu 19005-2) wurde die Gefahr späterer patentrechtlicher Forderungen (wie etwa bei GIF) ausgeschlossen.

PDF/A gewinnt international weiter an Akzeptanz!

In der vergangenen Zeit haben zahlreiche Institutionen aus unterschiedlichen Ländern klare Empfehlungen für PDF/A ausgesprochen. So veröffentlichte die Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) eine Version 4.0 zu SAGA (Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen). Diese Version gibt PDF/A-1 vor und empfiehlt den Standard ausdrücklich für die Langzeitarchivierung. Lesen Sie meinen Artikel hierzu: SAGA 4.0 veröffentlicht

Auch MoReq, eine europäische Spezifikation für das elektronische Dokumenten- und Records-Management, berücksichtigt in ihrer neuesten Fassung das PDF/A in der Liste der empfehlenswerten Dateiformate.

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Autor: Michael Lauterbach



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