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PDF-Technologie

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PDF 2.0, ISO 32000-2 – der neue Überstandard

PDF 2.0, ISO 32000-2: Document management – Portable document format – Part 2 wurde im Juli veröffentlicht.

Es bringt neue Funktionen und Verbesserungen, insbesondere für Tagged PDFs und für die Druckproduktion sowie Ergänzungen zu interaktiven Funktionen.

Weiterhin sind Funktionen, die bereits in anderen PDF-Standards wie PDF/A-3, PDF/VT und PDF/X-4p veröffentlicht wurden, implementiert worden.

Die Unterstützung des ISO-Standards „PRC“ https://www.pdf3d.com/prc-bsi-publication-pressrelease-31jan2015/  (3D-Funktionalität; GEO-Funktionen) ist nun gewährleistet.

Ebenso wurden veraltete Funktionen bereinigt (z. B. keine XFA-Formulare, kein RC4-Algorithmus sowie keine AES-128-Verschlüsselung mehr erlaubt – AES-128 ist an sich zwar ziemlich sicher, nicht aber in der im PDF verwendeten Variante – die AES-256-Verschlüsselung ist der technische Standard), keine Flash/Shockwave-Objekte (schade eigentlich, dass Flash generell so abgestürtzt ist), Usage Rights für erweiterte Reader-Funktionen werden nicht mehr unterstützt (hat eh niemand verwendet), keine erzwungene Erzeugung von Appearance-Streams mehr (erzeugten meist Fehler), nur noch moderne PAdES-Signaturen erlaubt (keine veralteten Signaturformate mehr, was m. E. auch die Wichtigkeit der Signaturen per se unterstreicht).

Die Hauptvorteile des PDF 2.0 liegen meiner Meinung nach im Publishing. Die Darstellung von PDFs auf mobilen Geräten (z. B. auf dem Smartphone) war bisher problematisch, da bei den kleineren Displays ein zoomen - bis die Maschine raucht - unumgänglich war. Das Zommen und Pinchen (fließende Navigation mit den Fingerspitzen) ist bisher sehr rechnerintensiv und überforderte schlicht so manches Kleingerät und die Darstellung von PDFs auf Kleinstbildschirmen nervte schlichtweg. Durch ein erweitertes Tagging ist das PDF 2.0 nun wie HTML 5 ebenfalls „responsiv” geworden. Auch werden nun beispielsweise Zeilenumbrüche beim Verkleinern nicht mehr verschoben. Kurz: Tags und Strukturen wurden im neuen Standard vollständig umgebaut, wovon gerade die Fähigkeit Inhalte auf unterschiedlich grosse Endgeräte zu bringen profitiert.

? Aber was bedeutet PDF 2.0 jetzt in der Praxis?

Nun, da andere Standards wie PDF/A auf den Versionen PDF 1.4 und PDF 1.7 basieren, wird auch hier irgendwann eine Anpassung auf den neuen Überstandard PDF 2.0 erfolgen müssen, da schlichtweg die Frage ist, wie in PDF 2.0 erzeugte Dokumente nun langzeitarchiviert werden sollen.

⇒ Es bleibt also spannend!

PS: Da die Entwicklung der sogenannten „nächsten Generation” von PDF 1.7, also PDF 2.0, satte 8 Jahre dauerte und hier sehr viele Dinge geändert wurden und eingeflossen sind, kann meine Auflistung natürlich nicht erschöpfend sein - aber ich will Sie ja auch nicht „erschöpfen”.

Wen es im Detail interessiert, der wird hier fündig: https://www.iso.org/standard/63534.html 

Bildnachweis: pixabay.com (Public Domain) entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0
Autor: Michael Lauterbach



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