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PDF-Technologie

Letzte Aktualisierung: 03.02.2019

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Übersicht der PDF-Standards

PDF/A, PDF/X, PDF/E, PDF/H, PDF/VT, PDF/UA, PDF1.7, PDF2.0 - Wer blickt noch durch?

Zunächst und zuerst das PDF/A – Das PDF für die Archivierung:

PDF/A ist die Bezeichnung für die ISO-Norm 19005. Sie regelt die Archivierung elektronischer Dokumente – weltweit.

PDF/A ist umgangssprachlich das Dateiformat für die Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente. Die Norm legt also fest, wie elektronische Dokumente beschaffen sein sollen, die langfristig archiviert werden.

PDF/A-1
ISO-19005-1:2005, Document management – Electronic document file format for long-term preservation – Part 1: Use of PDF 1.4.

Die Grundlage dieser Norm ist das Dateiformat PDF 1.4.

Unterschiede der Konformitätslevels:
Die PDF/A-Norm spezifiziert zwei Ebenen. PDF/A-1a und PDF/A-1b unterscheiden sich hauptsächlich bezüglich ihrer Durchsuchbarkeit. Für gescannte Dokumente ist der Unterschied zwischen PDF/A-1a und PDF/A-1b in der Regel irrelevant, sofern sie nicht mittels OCR für die Textsuche angereichert wurden.

PDF/A-1a (Level A Conformance):
Bezeichnet die vollständige Übereinstimmung mit dem PDF/A Standard ISO 19005-1: Part 1 – gewährleistet zum einen für die Dokumente:

• die eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit wie auch Abbildbarkeit enthaltener Texte
• und auch der inhaltlichen Strukturierung eines Dokuments.

Das heißt, das Dokument kann sowohl visuell wie das Original wiedergegeben werden, als auch inhaltlich neu umbrochen angeordnet werden (re-flow) – zum Beispiel für barrierefreien Zugang oder mobile Geräte.

PDF/A-1b (Level B Conformance):
Bezeichnet die eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit von PDF/A-Dokumenten.

Am 20. Juni 2011 wurde veröffentlicht:
PDF/A-2
ISO 19005-2:2011, Document management – Electronic document file format for long-term preservation – Part 2: Use of ISO 32000-1.

Es gibt drei Konformitätsebenen:

PDF/A-2a:accessible – korrespondierend zu PDF/A-1a: Realisiert insbesondere alle strukturellen und semantischen Eigenschaften.
[Für originär elektronisch erstellte Dateien – nicht für Scans!]

PDF/A-2b:basic – korrespondierend zu PDF/A-1b: Entspricht der Mindestanforderung an PDF/A und garantiert das richtige Erscheinungsbild des Dokuments für eine Langzeitarchivierung.
[Für Scans!]

PDF/A-2u:unicode – Kein Pendant im PDF/A-1 verfügbar: Wie 2b. Zusätzlich ist der Text im Unicode-Standard abgebildet, so dass dieser indexiert und dargestellt werden kann.
[Neu für Scans!]

Im PDF/A-2 sind folgende Erweiterungen gegenüber PDF/A-1 erlaubt:

• JPEG2000 Kompression
• Transparenzen
• Ebenen
• OpenType-Fonts
• digitale Signaturen in Übereinstimmung mit PAdes (PDF Advanced Electronic Signatures)
• Container: PDF/A-1 Dateien können in PDF/A-2 Dateien eingebettet werden
• das Seitenlimit beträgt nun 381 x 381 km

Am 18. Oktober 2012 wurde veröffentlicht:
PDF/A-3
ISO/DIS 19005-3.2, Document management – Electronic document file format for long-term preservation – Part 3: Use of ISO 32000-1 with support for embedded files (PDF/A-3)

Diese Version kann dynamische Inhalte und vor allem auch eingebettete Dateien beinhalten, sodass man PDF/A-konform archivieren und gleichzeitig das originäre digitale Format erhalten kann (z. B. das elektronische Quell-Dokument wie eine Word-Datei oder eine Excel-Tabelle).

PDF/E
PDF/E – PDF for Engineering
ISO 24517-1:2008

PDF/E ist der Branchenstandard für den Einsatz von PDF in Systemen von Anwendern technischer Berufe – in den Bereichen Konstruktion und Planung.

PDF/E sorgt für den Ausdruck und elektronischen Austausch intelligenter Dokumente und bildet den Rahmen für die Einbettung komplexer Dateiformate wie PDF-Dokumente.

PDF/E-Dokumente können insbesondere enthalten:
• Ebenen für Installations- und Konstruktionspläne
• Dreidimensionale Modelle inklusive vordefinierter 3D-Ansichten

PDF/E-1 wurde im Jahr 2007 veröffentlicht, basiert auf PDF 1.6 und adressiert technische Dokumente aus den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Geo-Informationssysteme.

PDF/H (Best-Practice)
PDF/H – PDF im Gesundheitswesen (Healthcare)

Für den Einsatz von PDF im Gesundheitswesen – in der bildgebenden Diagnostik und für die Speicherung von Patientendaten und medizinischen Befunden und soll persönliche Patientendaten speichern und transportieren, wie (klinische) Labor-Befunde/-berichte, Röntgen- und CT-Aufnahmen sowie EKG- und EEG-Informationen.

PDF/X
PDF/X – Druckvorlagen (Exchange)

PDF/X enthält Anforderungen für den Austausch von Druckvorlagen. Die PDF/X-Norm wurde für den Austausch von Anzeigendaten für Zeitungen und Zeitschriften entwickelt – oder für die Übermittlung von Druckvorlagen für Druckaufträge.

Die ISO-Normen 15929 und 15930 definieren PDF/X:

ISO 15929:
Definiert das Prinzip und den Ansatz von PDF/X.

ISO 15930:
Definiert PDF/X mit unterschiedlichen Restriktionen. Die Norm ISO 15930 ist untergliedert in:

ISO 15930-1:2001 (PDF/X-1 1a 2001):
Datenbasis PDF 1.3, Farbdefinitionen in CMYK und Schmuckfarben

ISO 15930-2 (nicht veröffentlicht)

ISO 15930-3:2002 (PDF/X-3):
Datenbasis PDF 1.3, Farbdefinitionen in CMYK, Schmuckfarben, andere Farbräume, z. B. Lab, Color Management-Informationen (z. B. ICC-Profile)

ISO 15930-4:2003 (PDF/X-1a 2003):
Wie PDF/X-1a von 2001, Datenbasis PDF 1.4, jedoch ohne die Verwendung transparenter Objekte!

ISO 15930-5:2003 (PDF/X-2):
Eine Erweiterung von PDF/X-3 mit der Möglichkeit von extern verlinkten Daten.

ISO 15930-6:2003 (PDF/X-3):
Wie PDF/X-3 von 2002, Datenbasis PDF 1.4, jedoch ohne die Verwendung transparenter Objekte!

ISO 15930-7:2008 (PDF/X-4):
Basiert auf PDF 1.6, Transparenzen und Ebenen sowie JPEG2000 und OpentType-Schriften sind erlaubt.

ISO 15930-8:2008 (PDF/X-5):
PDF/X-5g basiert auf PDF/X-4
PDF/X-5pg basiert auf PDF/X-4p
PDF/X-5n basiert auf PDF/X-4p t

PDF/X-5g: eine Erweiterung von PDF/X-4
Erlaubt die Nutzung von externen grafischem Inhalt.

PDF/X-5pg: eine Erweiterung von PDF/X-4p
Erlaubt die Nutzung von externen grafischem Inhalt mit der Referenz auf ein externes ICC-Profil.

PDF/X-5n: eine Erweiterung von PDF/X-4p
Erlaubt die Nutzung von externen grafischem Inhalt mit der Referenz auf ein externes ICC-Profil und anderen Farbräumen als CMYK, Grauskala oder RGB.

PDF/UA
(Universal Accessibility)

ISO/AWI 14289
Im Entwurf für universell zugängliche Dokumente, z. B. über Lesehilfen für sehbehinderte Menschen.

PDF/VT
ISO 16612-2
(Variable Transactional)

Im August 2010 hat die ISO einen weiteren PDF-Standard (ISO 16612-2) veröffentlicht: PDF/VT für den "Druck von variablen oder transaktionalen Dokumenteninhalten". ISO 16612-2 basiert ebenso wie PDF/E auf PDF 1.6.

PDF 32000-1:2008
ISO 32000-1 Part 1: PDF 1.7

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat das Portable Document Format (PDF) 1.7 als internationalen Standard verabschiedet.
PDF 1.7 ist damit die erste Version des Dokumentenformates, die als Standard akzeptiert wurde.

Der technikbezogene Inhalt entspricht PDF 1.7 (dem Dateiformat von Acrobat 8), das vollständige Unterstützung von XMP-Metadaten bietet und basiert so direkt auf Adobes Spezifikationen.

PDF 3200-2:2017
ISO 32000-2 Part 2 PDF 2.0
(veröffentlicht im Juli 2017)

Neue Funktionen und Verbesserungen, insbesondere für Tagged PDFs und für die Druckproduktion sowie Ergänzungen zu interaktiven Funktionen.

Implementation von Funktionen, die bereits in anderen PDF-Standards wie PDF/A-3, PDF/VT und PDF/X-4p veröffentlicht wurden.

Unterstützung des ISO-Standards „PRC“ (3D-Funktionalität; GEO-Funktionen).

Bereinigung veralteter Funktionen (z. B. keine XFA-Formulare, kein RC4-Algorithmus sowie keine AES-128-Verschlüsselung mehr erlaubt – AES-128 ist an sich zwar ziemlich sicher, nicht aber in der im PDF verwendeten Variante – die AES-256-Verschlüsselung ist der technische Standard), keine Flash/Shockwave-Objekte (schade eigentlich, dass Flash generell so abgestürtzt ist), Usage Rights für erweiterte Reader-Funktionen werden nicht mehr unterstützt (hat eh niemand verwendet), keine erzwungene Erzeugung von Appearance-Streams mehr (erzeugten meist Fehler), nur noch moderne PAdES-Signaturen erlaubt (keine veralteten Signaturformate mehr, was m. E. auch die Wichtigkeit der Signaturen per se unterstreicht).

Die Hauptvorteile des PDF 2.0 liegen meiner Meinung nach im Publishing. Die Darstellung von PDFs auf mobilen Geräten (z. B. auf dem Smartphone) war bisher problematisch, da bei den kleineren Displays ein zoomen - bis die Maschine raucht - unumgänglich war. Das Zommen und Pinchen (fließende Navigation mit den Fingerspitzen) ist bisher sehr rechnerintensiv und überforderte schlicht so manches Kleingerät und die Darstellung von PDFs auf Kleinstbildschirmen nervte schlichtweg. Durch ein erweitertes Tagging ist das PDF 2.0 nun wie HTML 5 ebenfalls „responsiv” geworden. Auch werden nun beispielsweise Zeilenumbrüche beim Verkleinern nicht mehr verschoben. Kurz: Tags und Strukturen wurden im neuen Standard vollständig umgebaut, wovon gerade die Fähigkeit Inhalte auf unterschiedlich grosse Endgeräte zu bringen profitiert.

Was bedeutet PDF 2.0 in der Praxis? Nun, da andere Standards wie PDF/A auf den Versionen PDF 1.4 und PDF 1.7 basieren, wird auch hier irgendwann eine Anpassung auf den neuen Überstandard PDF 2.0 erfolgen müssen, da schlichtweg die Frage ist, wie in PDF 2.0 erzeugte Dokumente nun langzeitarchiviert werden sollen. Es bleibt also spannend!

Da die Entwicklung der sogenannten „nächsten Generation” von PDF 1.7, also PDF 2.0, satte 8 Jahre dauerte und hier sehr viele Dinge geändert wurden und eingeflossen sind, kann meine Auflistung natürlich nicht erschöpfend sein - aber ich will Sie ja auch nicht „erschöpfen”.

Wen es im Detail interessiert, der wird hier fündig: https://www.iso.org/standard/63534.html 

Entwicklung des PDF im Adobe® Acrobat®/Reader:

PDF 1.0 (Acrobat 1.0 -1993)
PDF 1.1 (Acrobat 2.0 -1994)
PDF 1.2 (Acrobat 3.0 -1996)
PDF 1.3 (Acrobat 4.0 -1999)
PDF 1.4 (Acrobat 5.0 -2001)
PDF 1.5 (Acrobat 6.0 -2003)
PDF 1.6 (Acrobat 7.0 -2005)
PDF 1.7 (Acrobat 8.0 -2006)
PDF 1.7, Acrobat 9.0 -2008:Level 3
PDF 1.7, (Acrobat 9.1 -2009:Level 5)
PDF 1.7, (Acrobat X -2011:Level 8)
PDF 2.0, (Acrobat DC - 2017)

Autor: Michael Lauterbach



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